Jacques Decour: Philisterburg

Jacques Decour: PhilisterburgEin Franzose 1930 in Magdeburg: Das vorurteilslose, scharfsinnige, komische und tragische Porträt eines Landes vor dem Untergang. Sein Autor Jacques Decour: in Deutschland unbekannt – in Frankreich ebenso.

Diese Geschichte kann sich keiner ausdenken – ein junger, wacher Franzose kommt als Austauschlehrer in die preußische Stadt, findet die Autoritäten ziemlich lächerlich aber den Nazi von nebenan ziemlich interessant.
Und doch erkennt der junge Mann, was kommt, was kommen muss.

Der junge Mann nennt sich Jacques Decour und die Erzählung, in der er aus Magdeburg berichtet, nennt er Philisterburg. Er schreibt über Deutschland, wie einer, der das Land noch nicht kennt, aber doch dessen Literatur, ihren »Humanismus«, liebt und immer lieben wird. Er ist offen, subjektiv, leidenschaftlich und doch nicht festgelegt oder einseitig. Der in Tagebuchform geschriebene Text entwickelt Gedanken, unterzieht sie scharfer Kritik, verwirft oder verbessert sie, rekapituliert, resümiert: Philisterburg zeigt die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben.

Dank seiner Unbestechlichkeit erkennt Jacques Decour, wie groß die Gefahr ist, die sich zusammenbraut. Es ist diese schonungslose Wahrheitstreue, die bei Erscheinen der Erzählung 1932 in Frankreich wütende Abwehr hervorruft. Nur ein Jahr später sind seine Kritiker widerlegt, aber dann ist von diesem Buch auch schon keine Rede mehr.

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Jacques Decour: Philisterburg
Übersetzt aus dem Französischen und mit einem Nachwort versehen von Stefan Riplinger
128 Seiten. ISBN 978-3-8477-3005-7. 18,00 EUR

erhältlich seit dem 10. März 2014 in der Buchhandlung Fritz Wahle
Breiter Weg 174
39104 Magdeburg
Tel. 0391 / 5435740