Förderverein Magdeburger Dommuseum gegründet

Um die Einrichtung eines Magdeburger Dommuseums gab es in den letzten Monaten einiges Aufsehen. Zunächst hatte das Land geplant im Gebäude der alten Staatsbank unmittelbar am Domplatz ein landesfinanziertes Museum für die Aufbewahrung und Ausstellung der Grabungsfunde aus der zusammen mehr als ein Jahrzehnt währenden Grabungskampagnen auf dem Magdeburger Domhügel einzurichten. 2013 lies es diesen Plan überraschend fallen und die Landeshauptstadt Magdeburg sah sich in der Pflicht, dem Anliegen vieler Magdeburgerinnen und Magdeburger ‚irgendwie‘ Rechnung zu tragen. Gegenwärtig wird im Auftrag der Stadt ein Konzept für ein Museum entwickelt. Nun haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden, um diesen Prozess und die Einrichtung sowie den Betrieb des Museum konstruktiv zu begleiten.

Dazu fand am vergangenen Dienstag (4. März 2014) die Gründungsveranstaltung des Fördervereins Magdeburger Dommuseum im Remter des Doms statt. Mehr als 100 Interessierte fanden sich ein, um etwas über das Anliegen und die Ziele des Vereins zu erfahren. Eröffnet wurde die Abendveranstaltung mit einem reich illustrierten Vortrag von Rainer Kuhn, Leiter der letzten Dom- und Domplatzgrabungen. Der Archäologe zeigte Bilder einiger besonderer Fundstücke, die auch Teil einer dauerhaften Ausstellung im künftigen Dommuseum sein könnten, und wies auf die Alleinstellungsmerkmale eines solchen Dommuseums hin – die sich neben europaweit beachteter archäologischer Funde auch in der historischen Bedeutung der Magdeburger Kathedrale im vergangenen Jahrtausend widerspiegeln.

Förderverein Magdeburger Dommusem

Der Vorstand des Fördervereins Magdeburger Dommuseum: (v.l.n.r.) Sigrid Höding, Michael Anders, Christine Knabe, Silvio Breitenstein, Burckhard Dienemann, Michael Meier, Helga Fiek, Thomas Nawrath, Detlef Wagner und Nils Assel (nicht im Bild: Gabriele Eckert und Ruth Berlinski)

Die Einrichtung und den dauerhaften Betrieb des Dommuseums zu unterstützen hat sich der neue Förderverein zur Zielstellung gemacht. Einig waren die anwesenden Gäste und Initiatoren des Vereins darüber, dass mit den Attributen „ottonische Kaiserstadt“, „Straße der Romanik“, „erster gotischer Dom Deutschlands“, „Kulturhauptstadt Europas“, „Welterbe“ auch das künftige Dommuseum in enger Verbindung steht. „Das Land Sachsen-Anhalt hat hier eine Pflicht, wenn es um Erhalt, Ausstellung und nicht zuletzt auch die wissenschaftliche Auswertung der Grabungsfunde geht“, so Thomas Nawrath, einer der Initiatoren des Fördervereins. „Die Landeshauptstadt Magdeburg und wir als Verein gehen hier in gewisser Weise in Vorleistung und hoffen, dass seitens der Landespolitik die kulturhistorische Bedeutung der Funde und die Notwendigkeit eines Dommuseums wieder in Erinnerung gerufen werden kann.“

Diese Auffassung teilten die anwesenden Gäste ebenfalls. Einen Mitgliedsantrag haben vor Ort bereits 60 Personen und Institutionen ausgefüllt. „Wir haben gehofft, dass sich viele Magdeburgerinnen und Magdeburg für das Projekt begeistern. Doch dieser Ansturm hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte der zum Vorsitzenden gewählte Thomas Nawrath. „Natürlich freuen wir uns, wenn die Zahl der Mitstreiter künftig noch wächst – dann  lassen sich die Ziele des Vereins auch besser umsetzen.“

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Über den Autor

Michael Anders

wurde in Wolmirstedt geboren und lebt seit 1999 in Magdeburg. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität mit dem Schwerpunkt ‘Geschichte des Mittelalters’. Seit 2011 ist er Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und arbeitet an seinem Dissertationsprojekt zur mittelalterlichen Geschichte der Juden im Erzbistum Magdeburg und dem Bistum Halberstadt. Micha bloggt unter anderem auf parthenopolis.de zur Magdeburger Geschichte.